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28. November bis 4. Dezember

Verborgen – und doch offenbart

Ein Impuls von Stefan Weiland zu Hoheslied 2,8-13

Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei und dahin. (Vers 11)

»Der Winter ist vergangen« - für eine Andacht zum zweiten Advent eine interessante Vers-Auswahl. Der Frühling wird besungen, das Ende des Winters, und dann kommt die Zeit des lauen Frühlings und der Liebe. Das mag verwirren, falsch ist es aber nicht. Wenn man bedenkt, dass – für uns noch unsichtbar – die Pflanzen schon im Advent auszutreiben beginnen, ist die Vers-Auswahl sogar sehr passend. Noch im tiefsten Winter beginnt der Frühling! Verborgen zwar, aber unaufhaltsam. So wie Advent: Es beginnt etwas Neues. Noch zart und unscheinbar, aber es beginnt. Gottes Reich beginnt in dieser Welt zu einer Zeit, da es niemand erwartet oder ahnt.

Am Rande sei bemerkt: Das Kraut, das als erstes zu sprießen beginnt, ist das Johanniskraut. Benannt nach Johannes dem Täufer verkündet es als erstes den kommenden Frühling, so wie Johannes den kommenden Christus angekündigt hat.

Ist es nicht wunderbar wie wohl Gott seine Schöpfung geordnet hat? Welche Geheimnisse er dort verborgen und offenbart hat? Der Advent als die Zeit des Wartens auf das Neue, das kommen wird, bekommt damit noch eine tiefere Bedeutung. Ich warte nicht »nur« auf Weihnachten, sondern auf das Wiederkommen Christi in seine Welt. Dann wird vollendet, was heute schon beginnt. Wir sind eingeladen, ja aufgerufen, daran teilzuhaben und mitzumachen.

So möge auch dieser Advent wieder von einer neuen Zeit, von Veränderung, die sich Bahn bricht, verkünden. Wir dürfen uns in diese Veränderung hineinnehmen lassen und ein Teil davon werden.

 

ICH DANKE

  • für den Zauber eines jeden Neuanfangs;
  • für Gottes gute Schöpfung, die so wohlgeordnet ist: Alles hat seinen Platz und seine Aufgabe;
  • für die Fülle an Gaben, die wir empfangen dürfen; für ein Leben im Überfluss – aber ohne Zuviel;
  • für viele engagierte Menschen, die sich um den Erhalt der Schöpfung bemühen;
  • dafür, dass Gott diese Welt in Händen hält und sie nicht loslässt.

ICH BETE

  • für die seufzende Schöpfung, die Menschen und Kreaturen, die unter der Ausbeutung und Zerstörung leiden;
  • um Hoffnung, dass unser Tun was bewirken kann;
  • für uns, dass wir als Kirchen, als Gemeinde und als einzelne erkennen, dass es eine grundlegende Veränderung unserer Lebenstile und unseres Konsum braucht, damit auf der Erde auch noch unsere Enkel und nachkommende Generationen gut leben können;
  • für uns, dass es uns gelingt diesen Neuanfang gemeinsam als Menschheit zu gestalten – in Frieden.

Referat für diakonische und gesellschaftspolitische Verantwortung – Schöpfungs-Leiter

Die Schöpfungs-Leiter ist ein ökofaires Zertifizierungsprogramm, das Kirchengemeinden und Einrichtungen hilft, ihre Arbeit vor Ort schöpfungsgemäß weiterzuentwickeln. Um die Zertifizierung möglichst gut in die vorhandene Arbeit zu integrieren, ist die Schöpfungs-Leiter als Entwicklungsprozess in drei Bereichen – Bibel, Gemeinde, Welt – angelegt.

Kontakt:
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