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2. bis 8. März

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Was an erster Stelle steht

Ein Impuls von Judith Bader-Reissing zu Lukas 9,57-62

Überlass es die Toten ihre Toten zu begraben. Du aber geh los und verkündige das Reich Gottes. (Vers 60, Basis Bibel)

Geht’s noch, Jesus, möchte ich am liebsten sagen. Einen Menschen zu beerdigen, hier sogar den eigenen Vater, ist im Judentum wie auch in anderen Religionen eine heilige Pflicht, ein Werk der Liebe und der Pietät. Den eigenen Vater nicht zu bestatten, wäre ein schweres Vergehen. Fordert Jesus also dazu auf, um seiner Nachfolge willen solche Pflichten zu missachten? Sollen die Toten die Toten begraben – und die Lebenden sich nur um die Lebendigen kümmern? Oder spricht er von den geistlich Toten, bei denen alles zu spät ist und der Abschied keine Rolle mehr spielt?

Meine Erfahrung ist: Abschiednehmen ist wichtig. Was ungesagt blieb, kann am Totenbett noch ausgesprochen werden. Selbst nach dem Tod sind Vergebung und eine einseitige Versöhnung möglich. Den geliebten Menschen ein letztes Mal zu berühren und ihm das letzte Geleit zu geben, hilft, das Unfassbare anzunehmen und sich der Endgültigkeit zu stellen. Das haben wir in den vergangenen Wochen an den zurückgeführten toten Geiseln aus dem Gazastreifen sehen können. Abschiednehmen bleibt wesentlich.

Was Jesus hier fordert, wirkt beinahe unmenschlich. Er spricht vom Ernst der Nachfolge. Bei ihm gibt es kein »ein bisschen« oder »Nachfolge light«. Wer ihm folgen will, muss es ganz tun. Ob er wirklich erwartete, dass der Sohn das Begräbnis seines Vaters schwänzt, glaube ich nicht – steht doch das Gebot, Vater und Mutter zu ehren, dem entgegen.

Vielleicht ist die Botschaft hinter diesen Worten nicht so schwer: »Wer mir nachfolgen will, verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich.« Nimm dich und dein kleines Leben nicht zu wichtig. Zwischen Planen, Arbeiten, Genießen, Feiern und Trauern gerät das Entscheidende leicht ins Hintertreffen. Vielleicht fordert Jesus uns auf, unsere Prioritäten neu zu bedenken – und ihm wieder den ersten Platz zu geben.

Guter Gott,

du hast uns zu deinen Nachfolgerinnen berufen. Diesem Auftrag werden wir oft nur unvollkommen gerecht. Zeige uns, was wir ändern können, und schenke uns den Mut dazu. 

Guter Gott, 
wir bitten dich für all die Frauen, deren Männer in unsäglichen, sinnlosen Kriegen kämpfen oder ihr Leben verloren haben. Sei du ihre Trösterin und schenke ihnen Hoffnung und neue Kraft. Wir bitten dich für die Frauen im Sudan, die roher Gewalt ausgesetzt sind und nicht wissen, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Erbarme dich ihrer und bewahre sie.

Wir bitten dich für die Frauen, die alleinerziehend und auf sich gestellt sind und oft an ihre physischen und psychischen Grenzen kommen. Stärke sie und erfülle sie mit Zuversicht. 

Guter Gott,
öffne unsere Augen, unsere Ohren und unsere Herzen für das Leid unserer Mitmenschen. Zeige uns, wo wir helfen können – und wo wir helfen sollen. 

Amen.

Frauenwerk

Das Frauenwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche ermutigt Frauen, ihr Leben aus der Fülle Gottes zu gestalten, ihren Platz in Kirche und Gesellschaft verantwortlich einzunehmen und ihrem Glauben Raum zu geben. Alle Frauen in diesem Werk arbeiten ehrenamtlich. Sie organisieren Veranstaltungen und arbeiten in Kirchengremien mit. Viermal im Jahr gibt das Frauenwerk die Zeitschrift »FrauenWege« heraus.

Kontakt:
Frauenwerk der EmK
Giebelstraße 16
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