7. bis 13. September
Mehr als Staub: Gottes Atem macht lebendig
Ein Impuls von Christof Voigt zu 1. Mose 2,4b–9(10–14)15(18–25)
Da machte Gott der HERR den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen. (Vers 7, Luther 2017)
Dieser zweite Schöpfungsbericht gehört zu den Texten, die das menschliche Leben aus Gott und das menschliche Leben in der Welt grundlegend prägen. Dieser Text kann nicht auserzählt werden, so viel hat er zu sagen.
Gott erschafft den Menschen - den Adam -, indem er den Staub des Erdbodens - der Adama - formt. Gott erschafft den Menschen nicht als seinen Sklaven, etwa, um sich von ihm Nahrung anbauen zu lassen. Er erschafft ihn als ein Gegenüber und setzt ihn in einen paradiesischen Garten, den der Mensch bebauen und bewahren soll. Der Mensch lebt aus der Beziehung zu Gott.
In einem zweiten Akt formt Gott aus der Adama auch die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels. Der Mensch benennt die Tiere, doch eine echte Lebensgemeinschaft sind sie ihm nicht.
Gott ist um sein Geschöpf besorgt und »teilt« in einem dritten Akt den von ihm geformten Menschen in Mann - isch - und Frau - ischa, »Männin«. Beide stehen auf einer Stufe und leben in der Beziehung zueinander.
Einen der größten Momente in dieser großen Geschichte sehe ich in der Erschaffung des Lebens: Gott bläst dem gerade aus Staub geformten Menschen den Odem des Lebens in die Nasenlöcher - erst dadurch wird der Mensch zu einem lebendigen Wesen. Gott selbst atmet in uns Menschen - durch Einatmen und Ausatmen leben wir. Gott beatmet uns, er lebt in uns, in der engsten möglichen Beziehung zu uns - dadurch leben wir in Beziehung zur Schöpfung und zu anderen Menschen.
Ich danke Gott
- für das kostbare Leben, das er uns durch seinen Odem schenkt
- für das neue Kunstwerk in der Aula der Theologischen Hochschule mit den Titeln »Gottesliebe – Nächstenliebe – Selbstliebe«
- für viele Begegnungen mit Geschwistern in den weltweiten methodistischen Netzwerken
- für die Beziehungen, in die Gott uns Menschen stellt
Ich bitte Gott
- um viele neue Studierende im kommenden Wintersemester, auch im Fach Theologie
- für alle Menschen, die sich um ihr eigenes Leben und das ihrer Angehörigen sorgen oder Angst haben
- um Frieden zwischen Menschen, Völkern und Nationen – und um Frieden mit der guten Schöpfung
Kontakt: christof.voigt@th-reutlingen.de
Theologische Hochschule Reutlingen
Die Theologische Hochschule Reutlingen bildet seit mehr als 150 Jahren kirchliche Führungskräfte aus. Getragen wird sie von fünf deutschsprachigen Jährlichen Konferenzen. Staatlich und international anerkannte Abschlüsse vergibt sie in Theologie (Bachelor und Master), Soziale Arbeit und Diakonie (Bachelor) und christliche Spiritualität (Master). Derzeit besteht die Hochschulgemeinschaft aus etwa 110 Studierenden, elf Professor(inn)en und einigen weiteren Mitarbeiter(inne)n.
Kontakt:
Theologische Hochschule Reutlingen
Staatlich anerkannte Hochschule der Evangelisch-methodistischen Kirche
Friedrich-Ebert-Straße 31
72762 Reutlingen
Telefon: 07121 9259-0
Web: www.th-reutlingen.de