15. bis 21. Dezember
Ein Ja, das Vertrauen trägt
Ein Impuls von Dorotha Lorenz zu 2. Korinther 1,18-22
Bei der Treue Gottes, unser Wort an euch ist nicht Ja und Nein zugleich. (Vers 18)
»Ihr könnt Euch auf mein Wort verlassen«, so versichert Paulus der Gemeinde. Dass er das so betonen muss, zeigt: Die Korinther sind sich nicht mehr sicher. Prediger vor Ort sagen anderes – auf wen sollen sie hören? Paulus bringt ein zentrales Argument: Ihm geht es um Jesus und das Evangelium. Jesus selbst ist glaubwürdig. Wenn er »Ja« sagt, dann meint er »Ja«. Diese Klarheit tut gut.
Gleichzeitig ist unsere Welt zu komplex, als dass ein einfaches Ja oder Nein immer ausreichen würde. Wer Antworten zu sehr vereinfacht, trifft nicht unbedingt die Wahrheit. Und wer allzu einfache Botschaften predigt, macht mich misstrauisch. In der systemischen Ausbildung habe ich gelernt: Der Wahrheit nähert man sich vorsichtig, von verschiedenen Seiten, indem man unterschiedliche Sichtweisen abgleicht.
Immer unkonkret zu bleiben, nur um niemanden zu verärgern – wie es in Kommunikationstrainings der Politik oft empfohlen wird –, hilft allerdings auch nicht weiter. Denn wie soll man so erkennen, wer wofür steht? Es braucht Menschen, die sich an Jesus und Gottes Treue orientieren und bereit sind, Verantwortung für ihre Worte zu übernehmen. Dazu brauchen wir Gottes Hilfe, damit unser Reden verlässlich bleibt und Zusagen gelten.
Ebenso braucht es Vertrauensorte, an denen Menschen sich sicher fühlen können. Von dort aus können mit Gottes Hilfe jene gestoppt werden, die mit Worten schaden, manipulieren oder abwerten. Hoffentlich sind wir solche Orte und Menschen – für alle, die Opfer zerstörerischer Worte geworden sind.
Gebet
- Danke, Jesus, für dein Wort, mit dem du Mut machst, Verhältnisse zurechtrückst, tröstest und lehrst.
- Danke, dass ich weiß, auf Dein Wort ist Verlass.
- Jesus, du weißt am besten, wer ein gutes Wort braucht, schenke mir Weisheit dabei, es weiterzugeben.
- Jesus, es sind so viele Worte im Umlauf, bei denen Ja nicht Ja und Nein nicht Nein bedeutet. Hilf mir dabei, nicht die Orientierung zu verlieren.
- Jesus, es sind zu viele zerstörerische Worte in der Welt: unter Posts im Internet, in Klassenzimmern und in Familien. Viele Menschen tragen ein Leben lang an den Folgen. Schenke du Heilung.
- Jesus, ich weiß: Gute Worte allein helfen nicht, es braucht auch die Taten dazu. Schenke du dazu das Gelingen.
- Jesus, ich bitte dich für unsere Pastorinnen und Pastoren und unsere Predigerinnen und Prediger für ihre Verkündigung. Inspiriere sie immer wieder aufs Neue mit deinem Heiligen Geist.
Kontakt: dorothea.lorenz@emk.de
Distrikt Südost
Der neu gebildete Distrikt Südost umfasst die Hälfte des Gebiets der Süddeutschen Jährlichen Konferenz und besteht aus Bezirken in Württemberg, Franken und Bayern. Superintendentin Dorothea Lorenz ist zuständig für Stuttgart und die östlich von Stuttgart gelegenen Bezirke in den Flusstälern von Neckar, Fils, Rems, Murr und deren Umgebung sowie im westlichen Franken und in Oberfranken. Superintendent Matthias Kapp ist zuständig für die Bezirke im Raum Heilbronn sowie rund um den Schönbuch, die Gegend um Reutlingen, auf der Ostalb, im Alb-Donau-Keis, Kocher, Jagst und Hohenlohe, in der Region Nürnberg und in Südbayern.
Kontakt:
Distrikt Südost
Superintendentin Dorothea Lorenz
Giebelstr. 16
70499 Stuttgart
Telefon: 0711 8600632
E-Mail: dorothea.lorenz@emk.de